La Voce é pasta - Viva Voce beim großen Silvesterkonzert in Nürnberg (31.12.2008)

Wir fuhren rechtzeitig los und waren doch tatsächlich die ersten, die an der Halle ankamen. Wir hatten Glück, dass die Verantwortlichen Mitleid mit uns Frierenden hatten, dann wir durften tatsächlich um 18.30 Uhr schon rein. Eigentlich waren wir davon ausgegangen, dass zu diesem Zeitpunkt bereits das Essen beginnen würde und davor der Einlass sein würde. Aber die Uhrzeit besagte bereits den Einlass und nicht den Essensbeginn. Komisch das ganze. Wir warteten also drinnen auch noch eine Weile, aber immerhin war es dort nicht ganz so kalt.

Um 19.00 Uhr durften wir dann endlich in die Halle und ans Buffet stürmen. Wir sicherten uns zu aller erst einen Tisch, denn unserer Meinung standen dort nicht allzu viele und dann wischten Ursel und ich los, um uns am Buffet zu bedienen. Wir mussten zum Glück nicht allzu lange warten, Tanja und Sebastian, die sich nach unserer Rückkehr anstellten, hatten da allerdings nicht so viel Glück. Sie mussten ziemlich lange warten und es gab auch nicht mehr alles Speisen für sie. Das war wirklich doof. Ansonsten fand ich das Buffet eigentlich ziemlich klasse und lecker, nur die Organisation, also das Aufstellen der Buffettische, der Tische für die Gäste und die Essensmenge war vielleicht nicht ganz optimal. Naja, abwarten, vielleicht würde das beim Hauptgang ja besser werden. Da auf der Konzertkarte 19.30 als Konzertbeginn stand, beeilten wir uns mit dem Essen (die Zeitplanung war auch nicht so optimal, weil man sich, wenn man spät Essen bekam, ganz schön beeilen musste, wenn man pünktlich fertig sein wollte) und gingen dann in den Konzertsaal.


Um 19.40 Uhr, 10 Minuten später als im Programm angegeben, begann dann endlich das Konzert, obwohl noch sehr viele Sitze frei waren. Wir dachten erst, die fehlenden Leute seien noch draußen beim Essen, im Nachhinein erfuhren wir jedoch, dass die Halle aufgrund der Essensorganisation nicht ausverkauft werden konnte. Aber das war ja für den Konzertanfang egal, deswegen dahin zurück . Die Voces kamen in schwarzen Anzügen auf die Bühne, stellte sich hinter die in einer Reihe aufgestellten Mikros und begannen das große Silvesterkonzert mit „Clubbed to death“. Ich weiß, ich wiederhol mich, aber ich bin jedes Mal wieder total platt, wenn ich höre, was man alles mit nur fünf Stimmen machen kann. Und vor alle hört es sich wirklich wie das Original an. Richtig geil!

Man sollte es übrigens nicht glauben, bereits hier, im ersten Lied fuhr mich mein Platznachbar in überaus unhöflicher Weise an und verlangte, dass ich meine Kamera ausschalten sollte. Glücklicherweise konnte ich später mit Ursel den Platz tauschen, aber eigentlich hätte ich zum Trotz weiter fotografieren sollen ... so ein Arsch!

Ohne Moderation ging's weiter mit „Angels“, gesungen von Jörg „Robbie“ Fischer. Wobei, Jörg ist viel besser als Robbie ... einfach wunderschön das Lied. Und ich freu mich jedes Mal, wenn ich es ganz hören darf und nicht nur das kleine Stück aus dem Robbie-Medley. Auch das Publikum war für seine Verhältnisse begeistert von Jörgs stimmlicher Leistung.


David begrüßte uns nun zum Silvesterkonzert und wollte auch gleich wissen, wie den das Buffet gewesen sei. Ich fand's gut, das Publikum schien aber im Großen und Ganzen eher nicht so begeistert gewesen zu sein und so munterte David sie auf und meinte, dass es dann ja vielleicht mit dem Hauptgang etwas werden würde. Er klärte uns dann auf, dass sich das Konzert in zwei Teilen rund um das Essen gliedern würde. Das Buffet hätte es ja bereits gegeben, nun würde der erste Teil des Konzertes kommen. Nach dem ersten Konzertteil würde es dann den Hauptgang geben, dann käme der zweite Teil des Konzerts und dann anschließend das Dessert. Sie hätten das Konzertprogramm an das Programm „Songs in alten Mauern“ angelehnt. Dieses Programm würden sie hauptsächlich in Kirchen spielen, sie fänden aber, dass es auch prima zum heutigen Abend passen würde. Das folgende Lied sei für eine Kirche auch bestens geeignet. Sie hätten es für den Kirchentag 2007 geschrieben.

David hatte uns nicht zu viel versprochen, denn nun kam „Du bist da“ mit ihm in der Hauptstimme. Das ist einer der Punkte, weshalb ich das Programm der „Songs in alten Mauern“ so liebe ... schon allein um „Du bist da“ zu hören. Auch wenn das Lied wahrlich sehr christlich ist und ich nicht sonderlich viel mit Kirche zu tun habe, finde ich das Lied doch einfach wunderschön und man kann sich beim Hören wunderbar geborgen fühlen. Ein wirklich tolles Lied für den Kirchentag. Und ich find es gut, dass sie es auf dem nächsten Kirchentag wieder singen wollen.


David erzählte uns dann, dass sich Viva Voce vor 10 Jahren aus ehemaligen Mitgliedern des Windsbacher Knabenchors gegründet hatte. Sie hätten sich damals den Zusatz „a cappella Boyband“ gegeben. Mittlerweile sei ja einige Zeit vergangen, sie hätten ja selbst Spiegel zu hause (arme alte a cappella-Boyband ) . Er würde aber denken, dass ein Lied im Boyband-Stil in Anlehnung an die alten Zeiten ganz gut hierher passen würde. Deswegen würde jetzt das Jungsgruppenliederpodpourri kommen. Da sei auch ein Lied von der Boygroup schlechthin, den Beatles, drin.

Tja, und so begannen die Jungs mit dem „Boyband-Medley“. Hier fiel mir dann auch auf, was mich schon in der Kirche in Ansbach [Adventskonzert] so irritiert hatte, das erste Lied, das von den Backstreet Boys, fehlte. Sonst waren aber Take That mit „Never“ und die Beatles mit „Help“ wie immer vertreten. Wirklich klasse. Für die Boyband waren nur die schwarzen Anzüge etwas untypisch ... aber sonst einfach klasse und absolute Ohrwürmer!


Nun ging's direkt weiter mir „It's unusual“ mit Basti „Tiger“ Hupfer als Hauptstimme. Da das Lied sehr fetzig ist, zeigte das Publikum Begeisterung und es kam sogar Stimmung auf. Und auch die Choreografie war wieder Weltklasse. Besondere Lacher gab es natürlich am Ende, als Thomas sein Tiger-Fachen hören lies.


David meinte, er wolle nun etwas über das Publikum erfahren. Aus diesem Grund wolle er nun eine Zuschauerbefragung durchführen, wir sollten uns dann einfach melden. Paul machte im freundlicherweise Licht (sonst hätte er sich wohl auch ein wenig schwer getan, unsere Handzeichen zu sehen ) und David war begeistert, dass doch so viele da waren. Er wollte nun wissen, wer noch nie da war und wer von denen mitgeschleift wurde. Von der ersten Kategorie gab es viele, und auch die zweite Kategorie konnte mit einigen Exemplaren aufwarten. Nun kam die Frage, bei der wir uns auch mal melden konnten, denn David wollte wissen, wer bereits ein- oder mehrmals bei einem Voce-Konzert gewesen sei. Wer nicht noch einmal zu einem Konzert kommen wollte konnte er zum Glück nicht ermitteln, da Paul es vorzog, dass Licht wieder auszuschalten, genau zum richtigen Zeitpunkt.

Heiko erzählte uns dann, dass Viva Voce in diesem Jahr ja 10-jähriges Jubiläum gefeiert hätten. Diese 10 Jahre seien allerdings nicht ohne ihre Spuren zu hinterlassen an ihnen – hier verbesserte er sich, denn die Zeit war seiner Meinung nach ja nur an seinen Bandkollegen - nicht spurlos vorbeigegangen. Das würde man daran merken, dass sie nun auch Lieder schreiben könnten, die nicht ausschließlich vom Lieben handeln.

Und wahrlich, bei „Weinende Männer“ erzählte uns David nichts vom Lieben sondern vom Leiden. Wobei das ja manchmal auch dicht zusammen liegt. Ich freute mich wahnsinnig, dass das Lied am heutigen Abend dabei war, denn es ist eines meiner Lieblingslieder. Wirklich schön. Und da doch viele Neuhörer dabei waren mussten sie aufgrund Davids Eingeständnissen doch einige Male lachen.


Ohne Moderation ging's weiter mit Thomas Paradelied „It's my life“. Er sang es an diesem Abend wieder unglaublich kraftvoll und mitreisend und man hatte wirklich das Gefühl, dass das Lied nur für ihn geschrieben wurde. Gerade bei diesem Lied wurde mir klar, dass Thomas ganz schön fehlen wird, wenn er aufhört. Und dass ich mir das im Moment noch gar nicht vorstellen kann ...


Vor 20 Jahren hätten sie im Windsbacher Knabenchor gesungen, so erzählte uns David weiter und da hätte es ein Lied gegeben, dass der Windsbacher Knabenchor jedes Jahr gesungen hätten. In dem Lied würde es drei Solostimmen geben und zufällig hätte jeder der anwesenden Voces, die in Windsbach waren, einmal ein Solo singen dürfen. Als so eine Art Blick zurück zu den alten Zeiten wollten sie das Lied heute Abend singen. Sie hätten es aus diesem Grund mit einem eigenen Arrangement versehen.

Und dann folgte das unglaublich schöne „Maria durch ein Dornwald ging“, eines meiner erklärten Highlights des Abends. Ich hätte ja nicht gedacht, dass sie das außer auf den Adventskonzerten nochmal singen. Umso mehr freute ich mich, dass ich eines besseren belehrt wurde und genoss das Lied mit seinem unglaublich schönen Arrangement, wobei ich dabei an das Adventskonzert denken musste.


Heiko stellte uns das nächste Lied dann als ruhige spanische Ballade vor und so kam es dann auch, denn nun folgte das unglaublich „ruhige“ „Volare“, bei dem wenigstens bei uns, die Party abging. In anderen Teilen der Halle leider nicht so, aber wahrscheinlich war es einfach noch zu früh für dieses Lied. Wirklich schade, dass das Publikum sich da nicht aus der Reserve locken lies.


Thomas erzählte uns, dass eine befreundete Band im letzten Jahr 30-jähriges Bandjubiläum gefeiert hätte. Diese Band sei die Spider Murphy Gang gewesen. Sie seien damals im Zirkus Krone bei der Feier mit dabei gewesen und hätten ein paar Lieder mit der Spider Murphy Gang gesungen. Ein Lied hätte ihnen dabei total viel Spaß gemacht und deswegen hätten sie beschlossen, es ins Programm zu nehmen. Allerdings würden sie sich damit jetzt ein bisschen aufs Glatteis wagen, denn das Lied sei auf bayrisch.

Naja, so glatt war das Eis nicht, denn „Sch'bum ('s Leb'n is wiar a Traum)“ ist schließlich ein wirklich tolles Lied. Ich hör es ja mittlerweile total gerne und finde es ein bisschen schade, dass es auf der Bühne jetzt immer ein bisschen ins Lächerliche gezogen wird. Ich bin froh, dass wenigstens die CD-Version noch ernsthaft ist. Aber was soll's, sie finden's so besser und ich freu mich natürlich, es zu hören.


Ohne Moderation sollte es nun mit dem „Radio-Medley“ weitergehen, doch David hatte den Ton nicht und so mussten sie das Lied nochmal anfangen. Danach ging's aber ohne Probleme weiter mit „Radio Gaga“, „Video killed the radio star“ und „Ich grüße alle und den Rest der Welt“. Und Basti schaffte es sogar, dass Publikum bei „Video killed the radio star“ zum Mitsingen zu animieren


David kündigte das folgende Lied als letztes Lied dieses Konzertteils an. Leider gab es einige Zuhörer, die Essen wichtiger als Viva Voce fanden und die bereits bei dieser Moderation den Saal verließen. Andere standen mitten während „What's up“ auf und gingen hinaus. Wirklich schade um das schöne Lied, denn es herrschte eine spürbare Unruhe im Saal. Und ich persönlich finde es auch den Künstlern gegenüber sehr unhöflich, einfach während ihrer Darbietung aufzustehen und zu gehen – zumal es nur um was zu Beißen ging!


Nach einen gebührenden und aufmunternden Applaus für die Voces, die sich in dieser ersten Konzerthälfte auf der Bühne leider nicht so wohl wie sonst gefühlt hatte, gingen auch wir zum Essen. Wir versuchten erstmal, noch eine Sitzmöglichkeit zu ergattern, kamen dann aber zu der Einsicht, dass in diesem Foyer wohl nicht für jeden ein Sitzplatz vorgesehen war. Also sicherten wir uns einen Stehtisch und stellten uns zum Hauptgang an. Es gab allerhand buntes Essen, vor allem aber Fisch. Alles in allem fand ich persönlich die Vorspeise wesentlich besser, weil Nudeln mit Tomatensoße kann ich auch ... und der Rest war meistens eher nicht mein Ding. Nachdem auch wir am Stehtisch fertig mit Essen waren, ging's wieder in den Saal, wir beschlossen, diesmal die leeren Plätze in den vorderen Reihen in den Augen zu behalten, weil wenn da noch so viel frei war, konnten wir diese Plätze ja auch füllen. Der Stimmung konnte es schließlich nicht schaden. Ursel entdeckte tatsächlich noch bekannte Gesichter und hinter ihnen waren zufällig in der zweiten Reihe Mitte auch noch vier Plätze frei, so dass unsere Plätze für die zweite Hälfte auch gesichert waren. Wir zogen also um und so konnte wenig später die zweite Konzerthälfte beginnen.


Es wurde wieder dunkel und die Voces kamen auf die Bühne. Sie stellten sich, allerdings leider ohne spektakulär beleuchtete Wände, auf und begannen mit „You know my name“. Nachdem das Konzert mit „Clubbed to death“ eröffnet worden war, hatte ich eigentlich nicht mehr damit gerechnet, meinen Lieblingsopener zu hören und so freute ich mich natürlich noch viel mehr. Das Lied ist aber auch einfach zu geil!!!


Ohne Moderation ging's dann unverzüglich mit „Let me entertain you“ und Jörg „Robbie“ Fischer weiter (hatten wir das nicht schon ). Es kam sogar ein anständiges „Scream“ zusammen, denn die ersten beiden Reihen hatten's schließlich auch drauf . Trotzdem mussten wir es nochmal wiederholen, da es Jörg nicht laut genug war. Aber wir konnten auch ihn zufrieden stellen und wurden dafür mit einem wirklichen Stimmungskracher belohnt. Ich sag nur „Deng deng gedenggedeng“ :D


Nach dem Applaus wollte David von uns wissen, wie denn der Hauptgang gewesen sei. Das Publikum gab diesmal anerkennendere Laute von sich als nach der Vorspeise, sodass David den Eindruck bekam, die Hauptspeise sei wohl besser als die Vorspeise gewesen. Er meinte, wir könnten jetzt ja bei der zweiten Konzerthälfte einfach mitmachen, dann würden wir dass, was wir gerade gegessen hätten, wieder abtrainieren. Eigentlich keine schlechte Idee :D . David erzählte dann weiter, dass sie ja gemeinsam in Windsbach zur Schule gegangen wären. Vier fünftel der Gruppe hätten dort sogar erfolgreich ihr Abitur abgelehnt (hierbei schielte er zu Basti). Während ihrer Internatszeit in Windsbach wäre eine Frau ganz besonders wichtig für sie gewesen. Denn, so führte Basti weiter an, sie sei in jedem Zimmer als Poster an der Wand gewesen. Sie sei in diesem Jahr fünfzig geworden. Sie war schon damals die Queen of Pop, sei es auch heute noch und hätte schon viele Welthits gehabt. Und ihr Name sei MADONNA. Leider schien keiner im Saal Madonna zu kennen oder die Leute wollen sich einfach nicht als Madonna-Kenner outen, weil es ihnen zu peinlich war. Jedenfalls kam vom Publikum kein Mucks. Basti und David berieten sich nun und beschlossen, dass sie das Lied trotzdem singen wollten. David meinte dann, das es ihm Leid täte, aber das Lied würde nur 2 min. dauern, wir könnten ja danach dann entscheiden, ob wir Madonna mögen oder nicht.

Allerdings konnten sich die beiden nicht einigen, welches Lied von Madonna sie denn bei ihrem „Madonna-Medley“ singen wollten. Denn für Basti war das perfekte Madonna-Lied „Like a virgin“, während David unbedingt „Like a prayer“ zum Besten geben wollte. Da sie sich nicht einigen konnten, begann David einfach, wurde aber von Basti unterbrochen und es entwickelte sich ein regelrechtes Madonna-Battle. Besonders witzige fand ich ja, dass Basti nun versuchte Thomas durch festhalten davon abzuhalten, bei David den Hintergrund zu singen. Aber zu Bastis Pech, konnte sich Thomas doch befreien.


Weiter ging's mit einer der David-Balladen schlechthin, „Du“. Das Lied ist aber auch wunderschön und David der perfekte Sänger dafür. Ich glaub kein anderer könnte soviel Gefühl in seine Stimme legen und das ganze so ein bisschen opernmäßig rüberbringen. Einfach wunderbar, ich schmolz mal wieder dahin ...


Nachdem der wohlverdiente Applaus verklungen war, wollten David und Basti wissen, ob denn eine Gisela im Publikum sei. Und tatsächlich, im Parkett Mitte, etwa in der 10 Reihe saß tatsächlich eine und meldete sich. Doch Basti, der sie sich anschaute, schüttelte traurig den Kopf, denn bei dieser Gisela handelte es sich leider nicht um seine Gisela. David meinte jedoch nach Absprache mit Basti, dass er das Lied trotzdem singen wolle.

Und so berichtete uns Basti von seiner „Gisela“, die wirklich alles für ihn bedeutet hatte, jetzt aber leider nicht mehr da war. Basti litt wirklich und erzählte uns von den schönen alten Zeiten. Und wir litten wahrlich mit, denn Basti kann einem aufgrund eines solchen Schicksalsschlages wirklich nur Leid tun . Es ist doch wirklich schlimm, wenn die Friseuse wegzieht :D


Heiko berichtete uns dann, dass sie nach den Konzerten öfter angesprochen würden, ob denn der Jörg eine OP gehabt hätte, weil er das Pflaster am Hals habe. Sie wollten dann wissen, ob er sich vielleicht die Stimmbänder habe liften lassen. Das sei aber nicht der Fall, unter dem Pflaster sei lediglich ein Mikrofon, dass die Laute von Jörgs Kehle wiedergeben würde. Weil sich diese Fragen in letzter Zeit allerdings gehäuft hätten, hätten sie beschlossen, so eine Art kleine Musikschulstunde einzubauen und den Leuten ihre Rhytmusgruppe zu erklären. Bei einer normalen Band würde die aus einem Bass und einem Schlagzeug bestehen und bei einer unnormalen Band wie bei ihnen eben aus einem Jörg und einem Heiko. Heiko durfte uns dann zuerst die Basslaute wie die von Kontrabass und E-Bass demonstrieren, dann war Jörg mit dem Schlagzeug dran. Bevor Jörg uns allerdings demonstrieren konnte, dass er neben dem Schlagzeug auch noch eine Stimme singen kann, musste ihm Heiko den Ton geben, was dieser mit „Surprise zu Silvester“ kommentierte. Nachdem die beiden ihren wohlverdiente Applaus entgegengenommen hatten, kamen die anderen wieder auf die Bühne und David dankte den beiden mit einem Augenzwinkern, dass sie anderen drei mit ihnen in einer Band singen dürften.

David meinte dann weiter, dass sie ja bereits zu Knabenchorzeiten das Talent gehabt hätten, sich zu bewegen. Deswegen seien sie damals in Windsbacher Knabenballett gegangen. Basti sei da besonders gut gewesen, was vielleicht an seiner Oberschenkelmuskulatur liegen würde. Basti sah nach dieser Aussage ungläubig an seinen Beinen herunter, ließ diese Aussage aber so stehen. Das folgende Lied, so David weiter, sei ein Welthit im Boyband-Stil, da könne der Basti mal zeigen, was in ihm steckt.

Das tat Basti dann auch wirklich, denn er ist ja der Auffassung „I can't dance“. Und so mühte er sich zu Genesis und Backstreet Boys auch reichlich ab, während die anderen eine wirklich Boyband-reife Vorstellung ablieferte. Dafür hatte Basti allerdings durch seinen recht eigenwilligen Tanzstil die Lacher auf seiner Seite.


Heiko verriet uns danach, dass sie ein Lied für wirklich jeden schreiben wollten. Dazu hätten sie dann das Wort „jeder“ genommen und hätten es ins Englisch übersetzen lassen. Das ganze hätten sie dann zur Grundlage einer ausgedehnten Suche durch Geschichte der Welthits gemacht. Dabei herausgekommen sei ein Lied, in dem wirklich für jeden etwas dabei sei.

Und Heiko hatte uns wirklich nicht zu viel versprochen, denn im „Everybody-Medley“ wurden wirklich sämtliche Wünsche befriedigt, denn wenn man so viele Welthits mit dem Titel oder der Textzeile „Everybody“ in ein Lied packt, da sollte doch wahrlich jeder Wunsch und Geschmack erfüllt sein. Bei mir hatten sich nach dem Lied auf jeden Fall ganz gemeine Ohrwürmer im Kopf festgesetzt, die mich teilweise den ganzen Abend begleiteten.


Wenn sie einen Song covern würden, so erzählte uns Heiko dann, würden sie immer schauen, dass sie ihn in einem Musikstil singen würden, in dem man den Song vorher noch nicht gehört hat. Beim folgenden Lied konnten sie sich aber nicht auf einen Musikstil einigen und so hätten sie beschlossen, dass das Publikum den Musikstil auswählen dürfe. Und nicht nur das, wir durften auch den Sänger zum Musikstil bestimmen. Heiko teilte die Halle fix in fünf Teile, denen er jeweils einen Sänger zuwies und schon waren fünf Musikstile gefunden.

Heiko begann „You're my heart, you're my soul“ auch gleich mit Country und hüpfte mit einem imaginären Pferd und Lasso über die Bühne. Jörg hatte eine ganz andere Musikrichtung zugeteilt bekommen, denn er musste sich am Minnegesang versuchen. Allerdings merkte er nach der ersten Zeile, dass er gar nicht wusste, wie Minnegesang geht. Die anderen vier wussten es offenbar auch nicht, denn die Hintergrundbegleitung setzte erst mit einiger Verspätung ein. Jörg fing sich jedoch wieder und so wurde durch Improvisation aus Minnegesang eine Lateinstunde (wobei, dass kann er dich angeblich auch nicht ) und Jörg pries das Kolosseum, Markus und Cäsar an. Da hatte es Thomas doch einfach, denn seine Volksmusik musste lediglich WDR-4-kompatibel sein. Schunkeln konnte man jedenfalls prima dazu. Für den nächsten Stil sprang Basti erstmal wild auf der Bühne rum und ich muss zugeben, ich erkannte erst durch Jörgs spontan einberufen Tanzeinlage (die vier stellten die Göttin Durga, die mit den vielen Armen, dar ), dass Basti zu Bollywood verdonnert worden war. David hatte es am Ende ganz einfach, denn ihm war seiner Paradedisziplin Oper zugefallen.


Nachdem wir uns von den Lachkrämpfen, die einige der Stile des vorherigen Liedes bei uns ausgelöst hatte, wieder einigermaßen erholt hatten, war David wieder mit Moderieren dran. Er meinte, dass nun das letzte Lied kommen würde. Wir ließen unserer Enttäuschung in Form eines bedauernden „Ohhhh“s freien Lauf, dass David meinte, wir müssten ihn auch aussprechen lassen, er meinte das letzte Lied des offiziellen Teils. Wir hätten es in der Hand, wie es weitergeht. Er hätte sich das ganze aber folgendermaßen vorgestellt: sie gehen von der Bühne ab und lassen die Tür zum Saal offen, damit sie hören, was da los ist. Wir klatschen währenddessen begeistert und jubeln was das Zeug hält und wenn sie dann der Meinung sind, wir machen das gut, dann kommen sie nochmal auf die Bühne uns singen noch was. Also wie gesagt, so meinte er, es würde in unserer Hand liegen. Davor dankte er aber noch allen Verantwortlichen, die dieses Konzert möglich gemacht hatten und dankte auch für den schönen Abend.

Dann aber kam es so, wie es auch in dem Lied „Time to say goodbye“ beschrieben wird, irgendwann muss auch der allerschönste Abend vorbei sein. Leider. Aber wir hatten ja noch Davids Versprechen. Und so dankte David uns in Liedform und am Ende wurden uns alle Voces nochmal vorgestellt.


Leider gingen sie dann wirklich von der Bühne ab, aber wir klatschten und jubelten wie versprochen weiter und so kamen die Voces nochmal. Diesmal kam einer der Verantwortlichen aus Nürnberg auf die Bühne und dankte den Voces. Jeder bekam ein Herz mit „Viel Erfolg Viva Voce“ und ein Glücksschein überreicht.

Dann folgte eine Bühnenpremiere, so versicherte uns David, denn „Ja Schatz“ hätten sie bisher nur im Afterglow gesungen. Aber auch auf der Bühne war das Lied kein Problem und sorgte beim gesamten Publikum für begeisterte Lacher. Bodos Texte sind eben doch geil


Danach wollte David nur wissen, ob wir rocken wollen und als wir dies mit Geschrei bejahen, fetzte er sofort mit „Mamalou“ los und rockte die Bühne. Das war Party pur zum Ende des Konzertes. Danach hätt ich echt noch weitermachen können, aber leider war das Konzert nun endgültig zu Ende.


Für uns gab's dann laut Speisekarte noch Dessert, aber bevor wir das zu uns nehmen konnten, gelang es uns doch noch, ein kurzes Gespräch mit Basti zu führen und ihm einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen. Die anderen sahen wir leider nicht. Dann konnten wir uns ausgiebig dem Dessert widmen, das der wirklich beste Teil des Essens war :D . Dann war es auch schon fast Mitternacht und wir beschlossen, bereits raus zu gehen um uns einen guten Platz fürs Feuerwerk zu suchen. Und wahrlich, in diesem Teil Nürnbergs hatte man wirklich einen Rundum-Überall-Feuerwerk-Blick und es war einfach wunderbar anzusehen.

25.1.09 18:57

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