Thomas Abschiedskonzert in Ansbach (28.03.2009)

Da wir per Newsletter erfahren hatten, dass die Fanclub-Plätze nach dem Prinzip verteilt werden „Wer zuerst kommt, bekommt die besten Karten“, beschlossen wir, an diesem denkwürdigen Tag schon ganz früh da zu sein. Und tatsächlich, wir waren die ersten. Nach und nach kamen immer mehr andere Fanclubmitglieder und so stand um 19.00 Uhr, nur wenige Augenblicke bevor die Tür geöffnet wurde, bereits eine beträchtliche Menge hinter und eine geringe Menge vor uns. Leider änderte sich dieser Zustand aus unerklärlichen Gründen und auf einmal standen verdammt viele Leute vor mir an, um am „Fanclubschalter“ Karten zu bekommen. Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass sich da beim Türöffen ziemlich viel einfach vorgedrängelt hatten. Das ärgerte mich schon sehr, dann immerhin hatte ich ziemlich lang gewartet und nun waren Leute vor mir, die vielleicht vor fünf Minuten gekommen waren. Außerdem riss so unsere Gruppe auseinander. Wie schlimm die Sache allerdings wirklich stand, merkte ich erst, als ich in den Saal ging. Die letzte Reihe im Saal war nämlich Reihe 18 oder so. Ich hatte für einen klitzekleinen Moment die Hoffnung, dass wir vielleicht Plätze auf der Empore haben würden, aber nein, wir waren in einem Seitenblock mit äußerst schlechter Sicht auf die Bühne untergebracht. Wir hatten ja Glück, dass die Schiebewand wenigsten offen war . Als ich meinen Platz erreichte traf mich der nächste Schlag. Von den Leuten, mit denen ich gekommen war, saß nur meine Begleitung, die die zweite Karte bekommen hatte, neben mit. Alle anderen saßen bis auf zwei Leute weit vor mir. Soviel zum Thema, wir waren zuerst da. Meine Nebensitzerin tauschte dann noch den Platz um mit ihrer Freundin zusammen zu sitzen und Ursel, die nun neben mir sitzen sollte, zog es vor, mich auch alleine zu lassen und zu den anderen zu gehen, bei denen ich auch gerne gewesen wäre. Ich hatte ja nur wahnsinniges Glück, das Britta mit ihrer Gruppe neben mit saß und ich so nicht ganz alleine war, sonst wär ich glaub ich echt stinkig gewesen.

Peggy, Conny und ich versuchten dann noch vor dem Konzert die Sache mit der Überhabe zu regeln, aber leider wussten Shaula, Eva und Ursi vom Vorstand auch noch nichts und wir zogen unverrichteter Dinge wieder ab.


Mittlerweile war es 20 Uhr geworden und das Konzert begann. Und ich hätte anfangen können zu heulen. Ich sah bei „You know my name“ einen von fünf Voces, dafür aber jede Menge Boxen. Super, ich ging nach vorne, aber selbst im Stehen war die Sicht nicht besser. Ich beschloss also, das beste draus zu machen und redete mir ein, dass die Voces bei den anderen Liedern ja eher am Bühnenrand als im Hintergrund rumhüpfen würden und ich so jeden Voce wenigstens vielleicht einmal an diesem Abend zu Gesicht bekommen würde. Aber wenigstens war das Lied wie immer einfach toll. Ich liebe es einfach und es war glaub ich das perfekte Lied, um mich wieder runter zu holen und versöhnlich zu stimmen (und das, wo sie noch nichtmal was dafür können ) Besonders schade fand ich aber, dass die Voces uns nicht sehen konnten. Wir sollten Party machen – das ist aber etwas sinnlos, wenn es keiner mitbekommt. Und mir taten die Mädels neben mit leid. Die hatten extra ein Schild für die Voces gebastelt und nun war die Arbeit irgendwie umsonst, denn von der Bühne aus konnte man es ja nicht sehen.

 

Ohne Moderation ging's dann direkt weiter mit „Jetzt wird gerockt“ und Thomas erster Hauptstimme an diesem Abend (keine Sorge, es sollten noch einige folgen). Schon bei diesem Lied wurde kräftig mitgeklatscht (nur ob nun 1 und 3 oder 2 und 4 war nicht so ganz klar) und gefeiert. Der Abend versprach noch lustig zu werden. Ich fands wirklich schön, dass der Abend gleich so mit Party-Stimmung eröffnet wurde und die traurigen Gedanken an Thomas Abschied erstmal weg waren.


Thomas danke uns bereits jetzt für unsere Unterstützung und freute sich, dass bereits bei diesen beiden Lieder eine sehr ausgelassene Stimmung geherrscht hatte. Er meinte dann, dass er bereits seit dem 01.02. nicht mehr auf der Bühne stehen würde, aber der Meinung gewesen sei, ein Abschiedskonzert könne wirklich nur in Ansbach stattfinden, weswegen es das heutige Konzert geben würde. Er wolle wirklich jeden Augenblick des Konzertes genießen und in sich aufsaugen und meinte, wir sollten das doch auch tun.

Aber da wir ja nicht ins Melancholische versinken wollten, kündigte er direkt das nächste Lied, einen Herbert Grönemeyer-Klasiker, an. Und schon fetzte er mit „Mambo“, in dem er selbst die Hauptstimme sang, los. Ich mag ja schon den Herbert-Grönemeyer-Hit, aber das Lied mit Thomas war ja natürlich noch besser. Daumen hoch.

 

Nun folgte eines meiner Highlights des Abends, auch wenn es kein Thomas-Lied war. Ich dachte mit schon bei den ersten Takten – Moment ... „Basket case“! Und dann hätte ich mir Janna neben mit gewünscht, denn ich kann mich noch gut dran erinnern, wie wir erst grad vier Tage vorher zu den Kontrollören nach Frankfurt gefahren waren, uns tierisch auf das Konzert gefreut hatten und dieses Lied lautstark gesungen hatten. Und nun saß sie drei Reihen vor mir und nicht mal Blickkontakt war möglich . Trotzdem genoss ich das Lied natürlich in vollen Zügen, ich hab es leider bisher viel zu wenig gehört.


Nun wurde es dann tatsächlich ein wenig melancholisch, aber auf wunderschöne Art, denn David sang „Bei dir“. Ich war erstmal sprachlos und genoss dann jeden Takt. Ich hab das Lied leider erst einmal gehört (bei den Ansbach Open) und vor allem auch wegen der Bedeutung, die dieses Lied persönlich für mich hat, war es einfach ein wunderschönes, melancholisches Träumen. Außerdem liebe ich einfach die Art, wie David dieses Lied singt.


Leider fehlte mir dann der Moment andächtigen Schweigens, denn es wurde sofort losgeklatscht. Aber wenn ich grad schon dachte, das sei geil – es wurde noch besser! Thomas erzählte uns nämlich, dass sie mal wirklich fast den internationalen Durchbruch geschafft hätten. Und zwar hätten sie vor acht Jahren mal an einem Casting teilgenommen. Sie hätten dafür auch extra ein Lied geschrieben, welches wirklich super gewesen sei. Sie hätten auch vorgesungen und die vom Casting hätten dann versprochen, sich bei ihnen zu melden – darauf würden sie heute noch warten. Der Hammer sei aber gewesen, dass nach diesem Casting auf einmal eine Frauenband ihr Lied geklaut hätte. Sie hätten das total stümperhaft ins Englische übersetzt und damit dann voll den Erfolg gehabt. Aber wir hätten es verdient jetzt das Original zu hören.

Von Heiko kam an dieser Stelle schon der Einwand, ob sie es wirklich mit Choreografie machen müssten, der Boden sei doch arg rutschig. Aber wir, die mittlerweile begriffen hatten, dass nur „Tageslicht“ kommen konnte, welches die No Angels schlecht mit „Daylight in your eyes“ übersetzt hatten, wollten natürlich das volle Programm und auch Thomas unterstützte dieses Vorhaben. Und so mussten sich vier fünftel der Gruppe auf den Boden knien (Heiko übrigens nicht !) und sie begannen unter großem Gekicher das Lied – und ich hatte meinen Augenwurm des Abends *beim Schreiben des Konzertberichts vor meinem inneren Auge die Choreo seh* . Geil, geil, geil ... besonders süß fand ich ja wieder die Stelle, als David eine Dame in der ersten Reihe anschmachtete. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dem Lied eine Strophe fehlte, ich hatte das irgendwie länger in Erinnerung ...

 

Die Voces stellten Kevin, Justin, Jason, Cindy und Mandy wieder auf die Bühne, Paul am Lichte dämpfte selbiges und Heiko sang für uns „Ohne dich“. Es war wirklich schön, das Lied mal zu hören, denn auf CD kann ich mich bisher noch nicht dafür erwärmen. Vielleicht hab ich primär ein Problem mit Bass-Lieder, den Ferenc hab ich auch nie gehört . Aber nach dem überdrehten „Tageslicht“, war es doch richtig schön, nun so ein ruhiges Lied zu hören, in dem mal keiner mitklatschte. Und Heiko ist ja schließlich auch hörenswert.

 

Ohne Moderation ging's dann unverzüglich weiter mit ... „Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)“ und schon wurden die Permanentklatscher wieder auf den Plan gerufen. Zum Glück schwächelten die in den Längen . Ansonsten war es natürlich schön, das Lied zu hören, im Rahmen des Tapetenwechsel war es doch zu einem typischen Thomas-Lied geworden und sorgte natürlich dafür, uns aus dem vom Heiko verursachten Stimmungstief wieder rauszuholen. Und mitsingen darf man bei dem Lied ja auch, was will Fan da mehr


Heiko fragte uns dann, ob wir gemerkt hätten, dass die beiden Lieder gleich heißen würden. Natürlich hatten wir das! Er meinte dann, dass sie sich gedacht hätten, wenn sie schon zwei Lieder mit dem gleichen Titel in die Show einbauen wollen, dann machen sie das gleich in einem Aufwasch. Außerdem hätten sie sich den Spaß erlaubt, das zweite „Ohne dich“ mal mit Playback zu machen, so wie die ganz großen Stars. Das musste einfach mal sein.

Im folgenden bekamen wir dann eine Schulmusikstunde, denn Jörg erklärte uns den Bass Heiko und Heiko das Schlagzeug Jörg. Wie immer einfach nur faszinierend!


David prophezeite uns dann, dass nun ein Bruch im Programm folgen würde. Das nächste Lied hätten sie für den Kirchentag 2007 in Köln geschrieben und sie seien auch auf dem Kirchentag dieses Jahr in Bremen mit dabei und würden dort auch wieder dieses Lied singen. Die Melodie sei von einem fränkischen Barock-Komponisten, Johann Pachelbel, sie hätten einen eigenen Text dazu geschrieben.

 

Und schon ging es los mit „Du bist da“, welches auch zu meinen Highlights des Abends zählte, aber auch wirklich das Lied war, bei dem ich am meisten schlucken musste und den Tränen wirklich sehr nahe war. Das ist kein typisches Thomas-Lied, aber ich habe die Geschenk-DVD mit dem Original von Pachelbel abgeschlossen und schon dabei musste ich kräftig schlucken. Klar, dass mir die Live-Version noch mehr „zusetzte“. Alles in allem freute ich mich aber wahnsinnig, dass das Lied gesungen wurde, es gehört immerhin zu einem meiner Lieblingslieder.


Tja, und dann stellte sich Thomas mit dem Mikroständer in die Mitte der Bühne und ich wusste, dass nun das Lied kommen würde, vor dem ich die ganze Zeit am meisten Angst hatte, denn „It's my live“ ist für mich einfach das Thomas-Lied schlechthin und ich hatte wahrlich Befürchtungen, dass meine Gefühlswelt dem ganzen nicht so wirklich standhalten würde – vor allem nicht nach „Du bist da“. Aber erstaunlicherweise setzte mir das Lied nichtmal so zu, wie das vorherige. Vielleicht schaffte ich wirklich das, was Thomas am Anfang des Konzertes gemeint hatte, das Konzert zu genießen.


Für Thomas gab es nun nicht enden wollenden Applaus, aber irgendwann ging's dann doch weiter. David erzählte uns dann, dass sie im Jahr 2001 ihren allerersten Bühnenauftritt gehabt hätten. Sie hätten damals u.a. auch Lieder von einer a cappella-Gruppe gesungen, die heute auch noch die erfolgreichste sei – die Wise Guys (noch vor einem Jahr wäre ich bei so einer Ankündigung in frenetischen Jubel ausgebrochen – so ändern sich die Zeiten ) David ermittelte dann, wer den die Wise Guys kennen würde (sehr viele). Er wollte dann in dem Zuge gleich wissen, wer denn zum ersten Mal auf einem Viva Voce-Konzert sei (nur wenige), machte die Gegenprobe (fast alle) und wollte wissen, wer den nicht mehr kommen würde (keiner, den Paul machte das Licht aus).


Danach kündigte er unter großem Jubel an, dass nun „Meine heiße Liebe“ kommen würde. Thomas durfte die Hauptstimme singen. Ich freute mich wahnsinnig, das Lied zu hören, es gehört immerhin zu einem der Wise-Guys-Lieder, die ich immer noch gerne höre. Besonders freute mich natürlich auch darüber, dass vor allem die „Uhu“-Stellen nun wirklich sehr sauber gesungen wurden (womit ich wahrscheinlich den Unmut der Noch-Wise-Guys-Fans errege. Ist mir aber auch egal ). Ansonsten sangen die Voces sogar die lange Version des Liedes, was natürlich besonders toll war, denn die Wise Guys hatten auf allen Konzerten, auf den ich das Lied bisher gehört hatte, immer die kurze gesungen.


Thomas war mit der nächsten Moderation dran und verriet uns, dass die Wise Guys immer sehr stolz darauf seien, Kölner zu sein. Ihnen ginge es so mit Ansbach. Und sie würden das auch immer zeigen. Deswegen hätten sie vor einem Jahr vom Bürgermeister der Stadt Ansbach die Ansbach-Perle verliehen bekommen. An dieser Stelle wollte er die Ansbach-Perle von Heiko vorzeigen, doch unglücklicherweise hat dieser sie gerade an diesem Abend nicht angesteckt. Aber sie würden natürlich nicht nur versuchen ihre Heimatstadt in der Welt bekannt zu machen sondern auch ihr Heimatland Franken.

Die Jungs stellten sich vorne an die Bühne auf und Jörg versuchte, sie zu stimmen, was aber auf Anhieb nicht klappte. Schließlich schaffte er es und Thomas wollte uns zum Aufstehen animieren, kannte Heikos Text aber nicht und brach verwirrt ab. Also musste Heiko seinen einleitenden Text zum „Fräggae“ selbst sprechen. Alle standen auf, was die Jungs sehr beeindruckte. David meinte dann, dass der, der den Text kennen würde, gerne mitsingen dürfe, was dann fast alle taten. Und schon fetzte Thomas mit dem modernen Teil über die Bühne. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass Lied konnte ich nicht ganz so genießen, denn irgendein Teil des Publukums, geschätzt irgendwo im Parket, klatschte so dermaßen neben dem Takt, dass es fast schon weh tat und mich wirklich ein wenig aufregte. Noch mehr regte ich mich allerdings über die Spaßbremse eine Reihe vor mir auf. Erst standen ja noch ein paar Leute im Fanblock, schließlich nur noch zwei Mädels zwei Reihen vor mir. Die Spaßbremse meinte dann allen Ernstes, die beiden Mädels antippen und anmeckern zu müssen und sie so dazu aufzufordern, sich zu setzen. Was soll das denn? Die Spaßbremse hatte wohl nicht gemerkt, dass es sich hier um den Fanblock handelte und wir sogar per eMail dazu aufgefordert worden waren, Stimmung zu machen. Ich hoff bloß, diese Frau hat sich über den Fanblock so geärgert, dass sie da in Zukunft nicht mehr sitzen will . Das kann's doch echt nicht sein. Man muss ja nicht selbst aufstehen, aber man kann ja für ein Lied den anderen ihren Spaß lassen. Immerhin stand der Fanblock ja nicht bei jedem Lied. Über solche Leute kann man echt nur den Kopf schütteln.

Thomas teilte den Saal dann noch in zwei Gruppen, ließ das „Jieäah“ aber leider weg, wodurch die Schilder wieder nicht zum Einsatz kamen und dann verließen die Voces „Fallerie, Fallera“-singen die Bühne.


Nach der Pause, in der dann auch die Formalitäten bezüglich der Geschenkübergabe geklärt wurden, ging's dann direkt ganz ruhig weiter mit „Every breath you take“, welches Jörg singen durfte. Es war wunderschöne, aber ich hätte mir ein fröhlicheres Lied als erstes Lied nach der Pause gewünscht. Erstens war es ja vor der Pause durch den Fräggae recht fröhlich und zweitens hatte ich nun wirklich ein wenig Angst, das Teil zwei des Konzertes doch eine recht traurige Angelegenheit werden könnte.


Dem war aber zum Glück nicht so, wie ich schon im folgenden Lied merkte. Das war nämlich das „Radio-Medley“, das ganz klassisch mit David und dem Lied „Radio Gaga“ eröffnet wurde und im Laufe des Liedes ja nachweislich immer fröhlicher wird . Die Welt war gefühlsmäßig also wieder im Lot . Weiter ging's dann mit „Video killed the Radio“, welches Basti sang, und am Ende durfte Thomas mit „Ich grüße alle (und den Rest der Welt)“ auch noch singen.


Thomas meinte dann, dass sie vor einem Jahr etwa bei den Ansbach Open aufgetreten seien und da sei auch Günther Siegel dabei gewesen. Und vor etwa 1,5 Jahren hätte die Spieder Murphy Gang, von der er der Sänger sei, Bühnenjubiläum im Zirkus Krone gefeiert. Sie seien da dabei gewesen und hätte auch ein paar Lieder mit der Spider Murphy Gang gesungen, eine Nummer davon komplett a cappella. Dieses Lied würde heute Abend der Jörg für uns singen. Es sei halt auf Bayrisch, aber der Jörg würde das schon hinbringen. Jörg meinte dann, dass er eigentlich nur Bayrisch sprechen könne, wenn er auf der Wies'n sei und verlangte gleich ein Bier.

Aber glücklicherweise schaffte er „Sch'bum ('s Leb'n is wiar a Traum)“ auch ohne Bier, auch wenn man teilweise doch den Eindruck er hätte eins konsumiert. Er schnitt solche Grimassen und klang auch ein wenig betrunken. Da war es dann doch mal lustig, diese „verarschende“ Art des Liedes ...


Basti stellte sich dann vorne an den Bühnenrand und fragte nur nach Gisela. Es meldete sich im Publikum tatsächlich auch eine, aber bei genauem Hinsehen stellte Basti fest, dass es sich leider nicht um die von ihm gesuchte Gisela handelte. Er war dann zwar sehr geknickt, sang aber trotzdem sein Lied für „Gisela“, die in seinem Leben eine ganz besondere Rolle spielt. Besonders schön finde ich ja, dass nur eine Textzeilen ein bisschen abgeändert wurden und von den restlichen Voces gesungen werden. Ansonsten kam das Lied grad zum richtigen Zeitpunkt, ich hatte mich nämlich gerade begonnen zu fragen, ob Basti an dem Abend noch eine Hauptstimme singen dürfte . Und ich fand es zur Abwechselung mal ganz lustig, dass das Lied nicht von Aha-Lachern „gestört“ wurde – das hatte fast was von CD-Hören .


Thomas erzählte uns dann nach einer langen Pause und auch sehr bewegt, dass das nächste Lied für ganz wichtige Menschen in ihrem Leben sei und sie mit diesem Lied mal sie denken wollten.

Und wieder hatte ich das Gefühl, dass ihm „Mehr als ich sagen kann“ vielleicht doch ein wenig aus der Seele geschrieben ist und irgendwie freute ich mich in dem Moment fast ein bisschen, dass es für ihn nun etwas leichter werden würde. Ich weiß, ich projiziere immer zu viel Sänger-Innenleben in die Lieder, aber das war auch wieder eines der Lieder, das mir doch zu Herzen ging. Gerade wegen dieser zwiespältigen Empfindungen, die ich dabei hatte. Ansonsten natürlich ein wunderschönes, melancholisches Lied. Nur zu klatschfreudig war mir das Publikum danach wieder. Das war wieder eines der Lieder, nach denen ich immer einen Moment brauche, bevor ich wieder in der Wirklichkeit bin, ich fands schade, dass so schnell wieder geklatscht wurde, irgendwie war da der Zauber ein bisschen kaputt. Naja.


David erzählte uns dann, das sie sich ja aus dem Windsbacher Knabenchor gegründet hätten. Aber schon früh war ihnen auch die Bewegung wichtig, deswegen seien sie auch damals ins Windsbacher Knabenballett gegangen. Besonders Basti hätte sich da hervorgetan, er würde heute noch die ganzen Positionen aus dem FF können. Das würde aber vielleicht auch am Namen liegen, immerhin hieße er ja Hupfer.

David meinte dann, nun würde für uns ein Welthit im Boyband-Style kommen und er wünschte uns viel Spaß mit „I can't dance“ mit besagtem Herrn Hupfer in der Hauptstimme. Ich konnte wieder mal nicht stillsitzen und freute mich meines Lebens, denn das ist ein Lied nach meinem Geschmack, Tanz und Gesang. Basti mühte sich dann auch redlich, dem Boyband-Image gerecht zu werden, doch wie sang er schon – I can't dance, was leider stimmte .


Thomas kündigte nun, während seine Bandkollegen bereits den Hintergrund sangen, seinen Nachfolger MaTe an, der auf die Bühne kam und mit frenetischem Applaus begrüßt wurde. Er begann auch gleich mit „It's not unusual“ und das Publikum war schlichtweg begeistert. ... Irgendwie is es schon komisch, mittlerweile is es völlig normal, das MaTe das Lied singt, es ist irgendwie fast so, wie wenn er es immer gesungen hätte. Ich fand es auf jeden Fall sehr schön, dass sie MaTe auf die Bühne geholt hatten und er singen durfte, immerhin ist er ja der Nachfolger. Und wer ihn bis dahin noch nicht gesehen und gehört hatte, sollte ihn schließlich spätestens jetzt kennen lernen. Ach ja, was ich übrigens besonders gut finde ist, dass keiner der anderen versucht, Thomas Schluss-Geräusch zu kopieren. Ich finde dafür haben sie eine sehr schöne Lösung gefunden.


Heiko erzählte uns dann, dass sie sich schon immer gefragt hätten, was einen wirklich erfolgreichen Welthit ausmachen würde, was müsse er haben, damit ihn wirklich jeder gut finden würde. Sie hätten also jemanden mit der Suche beauftragt und hätten dann herausgefunden, dann man den Erfolg auf ein einziges Wort reduzieren kann. Dieses Wort muss in einem Popsong einfach vorkommen, damit sich jeder angesprochen fühlt.

Während das Publikum teilweise noch grübelte, um welches mysteriöse Wort es sich wohl handel könne, begannen die Voces auch schon mit dem „Everybody-Medley“. Das Erstaunliche war aber, dass sie es tatsächlich zu sechst sangen, also wirklich JEDER sang mal. Gerade dadurch, das MaTe mitsang und das Lied zu sechs abgewickelt wurde, hörte es sich total neu und ungewohnt, aber natürlich trotzdem sehr schön an. Besonders lustig war ja, dass David bei „Everybody hurts“ gerade bei der tragischsten Stelle (wo er so richtig schön den Opernsänger raushängen darf) den Text vergessen hatte und loslachen musste. Schade, wo die Stelle doch immer so schön ist


Thomas wollte dann von uns wissen, ob wir Lust auf Rock'n'Roll hätten. Durch den ganzen Applaus verstanden wir es erst nicht und er musste nochmal fragen. Und ob wir Lust hatten. Und schon rockten die Voces mit „Mama Lou“ über die Bühne und der Saal war nicht mehr zu halten. Party total!!! Noch vor dem Ende des Liedes erinnerte uns David daran, dass dies das letzte Konzert von Thomas gewesen war und er bekam frenetischen Applaus und nicht enden wollendes Gekreische. Völlig zurecht natürlich.


Natürlich war es nun mit einer Verbeugung nicht getan, denn immerhin war nun der letzte offizielle Konzertteil von Thomas zu Ende und die Ära Schimmi bestand nur noch aus ein paar kleinen Zugaben. Auf selbig mussten wir dann auch nicht allzu lange warten, die die Voces kamen wieder auf die Bühne.

Sie stimmten umgehend „That's what friends are for“ an. Und irgendwie passte der Titel total auf die fünf oben auf der Bühne. Waren sie doch Freunde aus Knabenchorzeiten und vier von ihnen mussten nun sicher schweren Herzens einen ziehen lassen. Dieses Lied erschien mir an dem Abend wirklich eines der persönlichsten zu sein, vor allem auch, weil alle vier immer wieder zu Thomas in der Mitte schauten. Irgendwie wurde mir nun doch wieder ein wenig schwer ums Herz.


Aber nur bis zum nächsten Lied, denn „Volare“ ist schließlich kein Lied, um traurig zu sein. Diesmal musste David das Publikum auch nicht zum Mitsingen auffordern, dass tat es bereits ab der ersten Strophe mit Begeisterung. Und auch die einzelnen von David eingeteilten Gruppen machten sich nicht schlecht, wobei eindeutig mehr Frauen als Männer da waren


Die Voces gingen nochmal von der Bühne, aber da ich ja wusste, dass die Geschenkübergabe nach einen bestimmten Lied stattfinden sollte und das Lied noch nicht gesungen worden war, konnte ich mir ausrechnen, dass noch mindestens eine Zugabe kommen würde ... und wirklich, die Voces kamen nochmal auf die Bühne.

Heiko kündigte dann an, dass das nächste Lied „You're my heart, you're my soul“ sein würde. Im Original sei das von Dieter Bohlen. Wer schonmal das gewesen sei, dass seien ja bis auf 50 Leute alle, wisse ja, dass sie sich sonst vom Publikum immer fünf Musikstile geben lassen würden, dass würden sie heute aber nicht machen. David wollte im Hintergrund schon protestieren, aber Heiko bekam gerade noch die Kurve und meinte, dass er uns heute nach sechs Stilen fragen würde. Das Publikum lachte und nach buntem Zurufen waren schnell sechs verschiedene Stile gefunden.

Da die sechs aber so ewig brauchte, bis sie überhaupt erst die Stile untereinander verteilt hatten, spielte Benny schon Musik ein. Endlich hatten sie es aber geschafft und Heiko begann mit Country und vielen imaginären Pferden auf der Bühne. Jörg folgte dann mit Oberkrainer-Metall. Die Oberkrainer wurden auf sehr lustige Art von seinen Hintergrundmusikern intoniert, Jörg machte eher den Rock . Nun musste Basti mit Walisch ran, was er prima hinbekam und was beim Publikum fast schon für Lachkrämpfe sorgte. Als nächstes war MaTe dran. Er sollte Kinderlied singen, bekam das mit dem Text aber nicht so ganz hin und setzte erst in der zweiten Zeile richtig ein. Hat er aber ganz süß gesungen *dutschidutschidu* . Thomas durfte uns nun den Schlagerstar machen und sang WDR4-tauglich seine Strophe. Nun fehlte nur noch David. Der hatte es dann ganz einfach, denn er musste schließlich nur Oper singen, und dass kann er ja nachweislich sehr gut (er hatte bei den ganzen Konzerten ja auch viel Zeit, es zu üben ). Aber das Ende brachte er an diesem Abend besonders schön hin.


Nun war es soweit, wir gingen auf die Bühne um Thomas sein Geschenk zu überreichen. Der guckte erstmal ein wenig irritiert, aber nachdem wir uns auf der Bühne sortiert hatten konnte Eva ihm erklären, was wir auf der Bühne wollten. Sie erklärte, dass der Fanclub ein Geschenk für Thomas dabei habe. Sie beschrieb ihm dann in groben Zügen die Entstehungsgeschichte des Geschenks im Fanclubforum und mit welcher Freude und Begeisterung alle bei der Erstellung dabei gewesen seien. Dann meinte sie, dass das Geschenk nun von den Hauptinitiatoren überreicht werden sollte. Von denen Stand zu dem Zeitpunkt aber leider nur eine auf der Bühne und das war ich. Ich hatte schon während Evas Rede überlegt, wie ich denn mit der Mappe und den Zetteln in der Hand das Mikro auch noch halten sollte, aber glücklicherweise kam mir da David zur Hilfe, der mich, als ich das Mikrofon bekam, fragte, ob er die Mappe halten sollte. Dankbar drückte ich sie ihm in die Hand und konnte nun glücklicherweise auch auf meine Kärtchen schielen und so Thomas erzählen, das in der Tasche (die David auf Nachfrage sogar öffnete und Thomas den Inhalt zeigte) schriftliche Grüße und eine DVD mit Videogrüßen von befreundeten Künstler und Gruppen sowie seinen Fans befinden würde und das diese DVD nachher im Foyer noch öffentlich vorgeführt werden sollte. Shaula veerriet nun noch, dass man sich auch im Internet im Abschiedsgästebuch eintragen konnte um Thomas einen Gruß zu hinterlassen.

Thomas war sichtlich gerührt und dankte uns für das Geschenk und umarmte uns. Dann dankte er dem Publikum für diesen wunderschöne Abend und verriet, dass er ja bereits eine kleine Zeit lang nur als Manager tätig sei, sie seien aber der Meinung gewesen, ein Abschiedskonzert könne aber nur in Ansbach stattfinden und so habe es eben noch ein Konzert geben müssen.

Wir wollten uns gerade von der Bühne schleichen, doch da kamen noch einige Leute auf die Bühne, ich dachte erst, vielleicht sei es der Veranstalter, doch Thomas Blick verriet, dass er diese Menschen kannte, denn es war seine Familie. Und in diesem Moment sah ich wirklich ein paar kleine Tränen in seinen Augen blitzen. Es war offensichtlich, dass er sehr gerührt war und sich wahnsinnig freute, dass da seine Mama und die restliche Familie auf die Bühne gekommen waren, um ihm Rosen zu überreichen. Diese Geste schien ihm viel zu bedeuten. Er erklärte uns, dass er ein großer Familienmensch sei und es ihm viel bedeute, nun wieder mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können und eben auch mal alltägliche Dinge mit ihnen zu erleben, das sei vorher einfach nicht möglich gewesen und das habe ihn schon sehr belastet.

Thomas wollte dann was sagen, aber nun nahm David die Sache in die Hand, denn immerhin hatten die Voces auch noch eine Überraschung für Thomas. Sie stellten Thomas zwei Kisten an den Bühnenrand und David drückte ihn dort drauf. Wir konnten nun endlich von der Bühne wischen und genossen das von Viva Voce geschriebene Lied für ihren „Schimmi“ geschriebene Lied von der Seite aus. Ich fand das Lied ja total süß. Jeder Voce sang für ihn eine Strophe, die Begebenheiten aus 10 Jahren Viva Voce enthielten. Der Refrain für ihren Bühnenflo Schimmi war dann wieder sehr eingängig und im Gegensatz zu den Strophen sehr peppig. Ein wirklich wunderschönes Abschiedslied und es passte einfach zu Schimmi und seinem Abschied. Es hätte einfach wirklich nichts trauriges sein können.


Die Voces gingen nochmal von der Bühne, aber zu einem Lied kamen sie nochmal. Es gab nämlich noch ohne Mikros als wunderschönen Abschluss den „Sommernachtstraum“, der wahrlich zum Träumen verleitete. Aber zuerst machte uns David darauf aufmerksam, dass es draußen Cocktails zu trinken geben würde und die DVD nachher vorgeführt würde. Außerdem dankte er Benny und Paul sowie den Veranstaltern. Die Voces stellten sich auf und beendeten Thomas letztes Konzert mit dem „Sommernachtstraum“. Ich versuchte noch einmal, alles in mich aufzusaugen, schaute vor allem zu Thomas und genoss seine vorerst letzten Liedzeilen auf der Bühne. Es kam ein wenig Wehmut in mir auf, aber vor allem freute ich mich, dass ich Viva Voce mit ihm hatte kennen lernen dürfen und vor allem auch er dazu beigetragen hatte, dass sie meine Lieblingsgruppe geworden waren.


Zum Glück blieb zum traurig sein nicht viel Zeit, denn nun lag ja noch das Projekt DVD-Gucken vor uns. Da wir nicht wussten, wie schnell die DVD gezeigt werden sollte, gingen wir bald aus dem Saal, erfuhren aber von Vorstand, dass es noch ein bisschen dauern würde und so hatten wir noch Zeit für einen Cocktail und ein bisschen Unterhalten. Dawährend wurde das Equipment aufgebaut. Bald war es dann soweit und wegen meines „Fotoauftrag“ suchten wir uns Plätze, von denen wir aus Thomas gut beobachten konnten. Die DVD schien ihm sehr zu gefallen. Er lachte sehr viel und bei mehr als einer Gruppe war er wohl etwas erstaunt, von ihnen Videogrüße bekommen zu haben. Alles in allem war die DVD bis auf ein paar technische Schwierigkeiten im Tonbereich (der Ton war mal laut und mal leise und dröhnte eben, was sich aber leider erst bei der Aufführung so extrem bemerkbar machte, zu Hause war es nicht so schlimm) ein voller Erfolg, wir hatten erreicht was wir wollten, Thomas hatte sich über die Grüße gefreut. Auch das restliche Publikum hatte seinen Spaß, denn es wurde viel gelacht und wie man wie mir nachher einige Zuschauer (von denen ich ein paar kannte und ein paar nicht) versicherten, fanden sie diese Aktion „richtig cool“ .


Nun ging der reguläre Afterglow weiter und die Voces sagen tatsächlich noch ein paar Lieder. Für Thomas gab's dann noch das Lied „Abschiedszeit“ von Klangbezirk in der Viva-Voce-Version und außerdem sangen sie „Ja Schatz“ (zu sechst). Auch Jörgs Onkel Günther, der Geburtstag hatte, wurde nicht vergessen und bekam Punkt Mitternacht sein Ständchen.

Ich selbst brach bald danach meine Zelte ab, die Aufgabe des Geschenküberreichens war erfolgreich erfüllt worden und fast mein gesamtes Umfeld wollte nach Hause. Und ich selbst hatte ja auch noch ein bisschen Weg vor mir. Angeblich ging der Afterglow ja noch ziemlich lange, was sicherlich auch daran lag, dass viele noch ein Autogramm von Thomas und ein Bild mit ihm haben wollten.


Es war auf jeden Fall in würdiges Abschiedskonzert. Nicht traurig sonder fröhlich und ich muss ganz ehrlich zugeben, ich freue mich auf MaTe .

10.4.09 20:39

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