GlasBlasSingQuintett beim Crailsheimer Kulturwochenende am 25.07.2009

Nach der Begrüßung durch eine Lautsprecherdurchsage, in der auch den Sponsoren ge­dankt wurde, wurde das GlasBlasSingQuintett durch einen der Initiatoren des Kulturwo­chenendes angekündigt. Die Jungs kamen auf die Bühne und stellten sich auf. Peter setze noch schnell seine dicke fette schwarze Sonnenbrille auf und schon begannen sie mit „Don't be cruel“ und wirklich, das klang wie Elvis Presley. Hammer, ich wusste ja das die gut sind, aber nun war mir klar, dass das ein toller Abend wird. Hammer, was man alles mit Flaschen machen kann.
 
Endie begrüßte uns und meinte, sie seien das GlasBlasSingQuintett, bekannt aus Film und Fernsehen. Sie hätten ja schon ganz viel Filmmusik komponiert und die ganzen Musi­cals erst. Ganz zu schweigen von den Werbejingles und Klingeltönen. Das nächste Lied sei aus einen bekannten Film, nämlich Mission: Impossible. Rot-Grün (also Möhre und Fritze) würde beginnen.
Und sie begannen mit dem „Theme From Mission: Impossible“. Ich freute mich sehr, dass das Lied kam, denn es war das erste Lied, dass ich vom GlasBlasSingQuintett ge­hört habe (nämlich bei Songs an einem Sommerabend – so schließt sich der Kreis ). Das Publikum war natürlich total beeindruckt, denn es hörte sich wirklich wie das Original an (also von der Melodie, die Instrumente hörten sich natürlich anders an). Einfach krass.
 
Endie meinte, dass bei nächsten Lied ein besonderes Instrument hinzukommen würde, und zwar die geschlagene Falsche. Und schon ging's weiter mit „Personal Jesus“, gesungen von Peter. Endie und Peter spielten die geschlagenen Flaschen und auch Frank hatte neben seinen „normalen“ Fla­schen noch so eine Plastikflasche in der Hand. Und dann ging's rund. Mit den Plastikfla­sche wurde der Rhythmus geschlagen, da mussten auch schonmal die Kopfe für herhal­ten. Aus dem Publikum kamen ungläubige Laute, die schienen sich wie ich auch zu fra­gen, ob das denn auf die Dauer nicht irgendwie weh tut, denn sehr sachte haben sie nicht zugehauen ...
 
Während wir fleißig klatschten bauten die Jungs für das nächste Lied auf. Frank dankte uns dann und beglückwünschte uns, wir hätten soeben den längsten Umbau überstanden. Dann erzählte er uns, dass er letztens in seinem Garten gelegen sei und da habe er doch tatsächlich ein neues Instrument gefunden, die Kronkorken-Kastagnetten (und er machte sie uns vor). Die würden nun auch bei dem folgenden Lied eingesetzt werden. Aber wir sollten besser auf die beiden Flaschen an der Seite achten (und nein, er meinte nicht Frit­ze und Endie, sondern die Instrumente auf denen sie spielen sollten – Bügelbierflaschen, die mit dem Finger „geploppt“ werden).
Nun kam mein absolutes Highlight, „Ploppcorn“. Der absolute Wahnsinn, die „geplopp-ten“ Falschen hören sich so geil an, vor allem, wenn sie immer schneller gespielt werden und immer mehr Achtel reinkommen. Waaaaahnsinn. Und einfach ein wunderschönes Lied.
 
Endie kündigte uns nun an, dass das folgende Lied sehr alt sei, es sei aus dem 17. Jahr­hundert und ganz schön schwierig zu spielen. Und um es für sie noch schwieriger zu ma­chen, würden sie sich jetzt Brillen aufsetzen, damit sie gar nichts mehr sehen könnten. Gesagt, getan, sie setzen so eine Art Taucherbrille mit hervorstehenden aufgemalten Au­gen auf. Endie meinte, wenn einer nicht vor seinem Mikro stehen würde, sollten wir das doch bitte sagen, wir könnten ja einfach die Farbe rufen und die Richtung in die der Betref­fende gehen soll. Wir mussten dann gleich „Grün“ rufen, denn Fritze stand eindeutig nicht vor seinem Mikro. Allerdings konnte er mit unsere „Rechts“ nichts anfangen und rutschte in die falsche Richtung. Endlich fand er durch Kopf nach vorne schlagen (und beim richtig stehen das Mikro treffen) seinen Platz. Nur fielen im dann die Augen aus der Brille.
Als er auch dieses Problem bewältigt hatte, konnte es endlich losgehen mit „Menuett aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach“ von Johann Sebastian Bach. Wirklich wunderschön, das Liedchen. Und ganz ehrlich, es hört sich so an, wie wenn es für Fla­schen geschrieben wurde. Eines meiner Highlights des Abends.
 
Ohne Moderation ging's weiter mit „Ich wollt nur mal mit dir trinken“. Die Melodie war die des Liedes „I just called to say I love you“ und Peter suchte nun nach Möglichkeiten, um endlich wieder trinken zu können. Es gibt da ja so viele, aber irgendwie ist grad wirk­lich keine der Möglichen da ...
 
Die Jungs verrieten uns dann, dass sie uns nun das Lied vorspielen würden, dass sie als erstes auf Flaschen gespielt hatten. Es sei jetzt lange Zeit nicht im Programm gewesen, weil sie dachten, es sei vielleicht ein wenig banal, aber sie hätten gemerkt, dass es ihnen immer noch Spaß macht, es zu spielen. Deswegen würden sie es heute Abend aufführen. Inzwischen war Peter mit einem Kasten angerückt und verteilte Flaschen und Endie ver­riet, dass es die Originalflaschen von der Erstaufführung seien. Er sah seine Flasche an und meinte, dass er damals wohl habe fahren müssen, da sei noch soviel drin.
Aber dann begann es endlich „Das erste Lied“. Und was für ein Kracher es war. Die Jungs tranken erst die erste Strophe, dann den ersten Refrain, anschließend trank Möhre sein Solo zu früh und dann kamen noch ein paar Strophen. Aber dass kann man eigentlich nicht beschreiben, dass muss man gesehen haben. Das ganze Publikum ist vor Lachen fast zusammengebrochen.
 
Die Jungs sortierten sich und ohne Moderation ging's weiter mit „My Sharona“. Diesmal durften Frank und Möhre die geschlagene Flasche spielen, während Endie und Fritze Falschen bliesen und Peter sang. Während des Liedes gerieten Frank und Möhre so au­ßer Rand und Band, dass sie sich wie wild ihre Falschen auf die Oberschenkel schlugen. Irgendwann setze Peter dem armen Fritze einen gelben Bauhelm auf und schob ihn zwi­schen die zwei Wilden, wo Fritze dann als Trommel missbraucht wurde. Aua ...
 
Endie verriet uns, dass der Fritze das ganz gut wegstecken würde, seit sie ihm den Helm aufsetzen würden. Trotzdem saß Fritze erstmal sehr benommen auf einer Bierkiste und stieß beim Aufstehen fast seinen Mikroständer um. Aber über den Arbeitsschutz, dem er den Helm zu verdanken hatte, war er trotzdem froh. Er baute dann auch seine Sachen auf, eine Rezeptionsklingel und zwei leere 10-Liter-Kanister am Gürtel. Endie erzählte uns da­während, dass es oft vorkomme, dass eine Stunde vor Konzertbeginn auf einmal die örtli­che Brauerei vor ihrer Garderobe stehe und sie bitte, das Konzert doch auf dem örtlichen Bier zu spielen. Das sei aber ein Problem, denn die Kästen seien ja noch nicht zurechtge­trunken und wenn sie das machen würden, könnte das mit dem Konzert ein Problem wer­den. Und wenn man doch auf den Flaschen spielen wolle, müsse man eben so unschöne Dinge tun wie das ganze gute Bier ins Klo zu kippen. Davon würde auch der folgende Song handeln.
Dann begannen sie mit „GlasBlasSingDing“. Sie hatten dabei „Du hübsches Ding“ mit ei­genem Text versehen. Endie klärte Peter auch gleich auf, dass dieses Lied HipHop sei, was zur Folge hatte, das sich Peter äußerst seltsam und eckig bewegte. Ansonsten hip-hoppten sie ihren Text ins Mikro – Respäckt, hätt ich gar nicht gedacht, dass sie das auch so gut hinbekommen. Was Instrument angeht, gab es diesmal erstaunlich wenige, Möhre und Frank hatten jeweils nur eine Glasflasche, auf der sie den Rhythmus klopften. Fritze spielte auch nur eine Flasche, aber dafür klingeln und wieder als Schlagzeug herhalten, man kann nur hoffen, das Möhre beim wilden Trommeln nicht seinen Hintern getroffen hat .
 
Endie meinte, sie würden die Temposchraube nun wieder ein bisschen andrehen, das nächste Lied sei dann wieder ein wenig schneller. Frank hätte bei diesem Lied eine beson­ders schwierige Rolle, er würde die Flaschen-Oboe spielen, eine 1,5 l-Plastikflasche. Um die zu spielen bräuchte man die Konstitution eines Tiefseetauchers, so für das Luft reinbla­sen und raussaugen. Diese Konstitution hätte der Frank aber nich. Da sie das Lied aber gerne mal durchspielen würden und Frank das Ende auch mal bei Bewusstsein erleben könne, müssten wir ihnen helfen. Wenn wir merken würden, dass Frank das Bewusstsein zu verlieren drohe, dann müssten wir ihn anfeuern mit „Zieh Frank“, wie bei den Skisprin­gern.
Dann begannen sie mit „Viva Las Vegas“, gesungen von Peter, der sich schon wieder eine andere Sonnenbrille aufgesetzt hatte. Gleich nach den ersten Tönen wollte Peter von Frank wissen, ob es noch gehen würde. Da ging es noch, aber im Laufe des Liedes litt der arme Frank doch sehr und am Ende fiel er doch tatsächlich trotz unserer anfeuernden „Zieh Frank“-Rufe dem Endie in die Arme, der ihn die letzten Takte am Hemdkragen vor sein Mikro zog. Dann musste Peter den Bewusstlosen übernehmen und Fritze und Endie fächelten ihm Luft zu.
 
Peter wollte dann von uns wissen, ob der Frank nochmal singen soll – na klar soll er. Aber immerhin meinte Peter, dass sie was Langsames singen würden, damit Frank wieder zu Kräften kommen würde. Er fragte Frank, deshalb, ob Reggae in Ordnung sei, was der, noch völlig außer Atem, bejahte. Endie verriet uns, dass das nächste Lied schon das letzte Lied des Abends sei, aber wir würden ja wissen, wie wir uns zu verhalten hätten, wenn wir sie nochmal auf der Bühne sehen wollten. Außerdem machte er uns noch darauf aufmerk­sam, dass es bei dem folgenden Lied extrem wichtig sei, dass wir nichts machen würden, was er uns nicht direkt sagen würde.
Sie begannen mit „Don't worry, be happy“ und natürlich begannen die ersten nach den ersten paar Takten mit Klatschen und Mitsingen. Endie fragte missbilligend, ob er uns das erlaubt hätte. Also wurde es wieder leise, ab der zweiten Strophe durften wir dann mitpfei­fen, aber das bereuten die Jungs gleich wieder, denn ihrer Meinung nach hörte es sich entsetzlich an. Naja, ein bisschen schräg, aber sonst ging's doch Nachher durften wir dann auch mitsingen ... besonders lustig fand ich ja Peters rosa Sonnenbrille.
 
Das GlasBlasSingQuintett ging von der Bühne, kam aber nochmal zu einer Zugabe zurück. Hier unterschieden sich die beiden Auftritte. Beim ersten Auftritt gab es ein lustiges Lied mit einer Flaschenschmeiß- und -weiterreich-Choreografie mit dem Titel "Hit the road Jack". Es sah wirklich einfach göttlich aus, mit dem Flaschen-Werfen und so ... ich musste wirklich sehr lachen.Super!
Beim zweiten Auftritt kam Endie dann mit einer Ukulele auf die Bühne und meinte, dass er nun den Tontechniker aus dem Konzept bringen würde, denn das Lied mit der Ukulele würde nicht auf der Liste stehen. Aber da er sie noch stimmen musste, war das kein Problem. Er meinte, das Lied würde traurig anfangen, im Refrain würde es dann aber extrem knuffig werden. Im Refrain sollten wir dann schunkeln und uns den Text merken, dass wir beim zweiten Refrain kräftig mitsingen könnten. Aber erstmal machten sie ein Foto von uns, bei dem wir die Arme schön hochreisen solten. Dann ging's los mit „Wer Abschied nimmt“. Wir schunkelten und sangen schön fleißig mit und es war wirklich sehr schön. Schade das damit der zweite Auftritt auch bereits beendet war, ich hätt noch mehr Lieder hören können.
 
P.S.: Besonders sympathisch fand ich ja auch die Art, das Merchandising zu verkaufen - Instrumentenkoffer, Instrumentenstimmer, ... selten hab ich bei Verkaufsanpreisungen so lachen müssen
 
Fazit:
Alles in allem war das GlasBlasSingQuintett einfach super, bei denen war ich sicher nicht das letzte Mal :D
 
Bilder gibt es  hier
(falls sich jemand wundert, warum es den Bericht schon gibt und andere nicht: ich hab ihn gestern noch nach dem Konzert geschrieben, weil ich ziemlich früh zuhause war - außerdem war es ja auch kein ganzes Konzert, das ging schneller )

26.7.09 14:29

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