Natürlich hat die Protest-Beatles-Fan-Sache eine Geschichte. Ursprünglich wollte ich nämlich eigentlich mal Protest-Beethoven-Fan werden . Angefangen hat alles damit, dass die U-Bahn Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern um dem 13. März 2008 (ja ich weiß das noch so genau, weil ich zu dem Zeitpunkt nämlich auf Wise-Guys-Konzerttour war und außerdem mein neues Auto bekommen habe) herum bekannt gaben, dass sie sich zum Mai 2009 auflösen. Man, das war ein Schock. Grad mal ein Konzert, ich fand sie gut und dann sowas ... grad wenn ich mehr will. Naja, aber der Schock lies sich noch einigermaßen überwinden, zu den Kontrollören hatte ich ja noch nicht eine so enge Bindung aufgebaut.

Dann aber kam der 28. April 2008. Am Vortag hatte man uns auf dem Darmstadt-Konzert der Wise Guys erzählt, dass diese eine sensationslüsterne Meldung à la „Schaut am Mittwoch alle vorbei, es gibt dann was Wichtiges hier“ auf ihrer Hompage veröffentlicht hatten. Natürlich kochte da die Gerüchteküche und so mussten die Wise Guys ihre „tolle“ Mitteilung natürlich schon am Montag veröffentlichen. Clemens will aussteigen und endlich das tun, was er schon immer tun wollte (also nicht singen). Das hat mir dann erstmal den Rest gegeben. Meine Lieblingsband, nicht mehr so, wie ich sie kenne ... SCHOCK!!! Ich hatte zum Glück eine ganz liebe Freundin da, die sich mein ganzes Gejammere angehört hat. An dem Spätnachmittag entstand auch die Idee, jetzt Beethoven-Fan zu werden. Der kann sich nicht mehr auflösen und aussteigen kann da auch keiner mehr . Naja, da ich aber doch am hier und jetzt klebe, beschloss ich statt dessen, nun eben vermehrt auf Viva-Voce-Konzerte zu gehen, die gefallen mir zur Zeit sowieso besser.

Tja, wenn's so einfach wäre. Erstens kommt es anders und zweitens macht dir ein Voce einen Strich durch die Rechnung. In dem Fall Thomas. Der kommt nämlich mit der Doppelbelastung Manager/Sänger nicht mehr klar und findet es cooler, Manager zu sein (ähm ... irgendwie ist die Prioritätenverteilung eeeetwas falsch). Menschen neben mit waren total geschockt, ich ehrlich gesagt eher verärgert, vielleicht mit einer höheren Instanz, weil es die ganzen Bands, die ich gut finde, bald so nicht mehr geben wird. Was soll das denn. Mein erster unwillkürlicher Ausspruch war also ein empörtes „Dann werd ich halt doch Beethoven-Fan!“. Meine Nebensitzerin Serena meinte dann nur, Klassik sei nich ihr Ding, wir könnten doch auch die Beatles nehmen, die seien besser und letztendlich sei es ja das selbe wie bei Beethoven. Deswegen die Beatles.


Die Beatles haben nämlich entscheidende Vorteile:

- sie trennen sich nicht mehr, das haben sie schon hinter sich (also kein Problem mehr)

- die Wiedervereinigung ist auch ausgeschlossen, dazu sind schon zu viele tot, da brauch ich mir also auch keine Gedanken mehr drüber machen

- aussteigen kann auch keiner

- die Lieder sind wirklich cool

- ich brauche mir keine Gedanken machen, ob ich neue Lieder mag oder nicht, was neueres wird wohl kaum auf den Markt kommen

- ich brauch mich nicht über Sensationsgeilheit ärgern, das haben die als Gruppe auch schon hinter sich

- ich geb kein Geld mehr für Konzerte aus (entscheidender Vorteil)


Natürlich haben die Beatles auch Nachteile, aber die sind so unbedeutend, dass ich sie nicht erwähne.


Alles in allem finde ich immer mehr, dass mein Papa recht hat mit seiner Philosophie. Er geht vielleicht ein Mal in seinem Leben auf das Konzert einer Gruppe und das reicht ihm dann auch. Ansonsten hört er halt die Musik, steigert sich aber auf keinen Fall so rein, wie ich. Ich sehe schon, ich kann noch viel von meinem Papa lernen. Papa hat eben immer Recht


In diesem Sinne, BEATLES FOREVER!!!!


P.S.: Glückwunsch, du bist durch . Das war jetzt übrigens wirklich bierernst gemeint